Prof. Elena Senjawskaja

beantwortet die Fragen zum Projekt

Die Wiederkehr des Faschismus – XXI

(Das Stenogramm vom Interview am 26.12.2012)


In vielen westlichen Ländern wird ständig ein Thema aufgebläht: „Millionen von vergewaltigten“ deutschen Frauen, die angeblich von sowjetischen Militärangehörigen sexuell missbraucht wurden. Wie könnten Sie das kommentieren?


Video - Teil 1

Jede Armee prallt auf disziplinäre Probleme nach dem Einmarsch in den feindlichen Staat.

Und man darf nicht sagen, dass alle negativen Geschehen, die mit den sowjetischen Truppen bei deren Einzug in Deutschland passiert sind, einzigartig waren.

Dieselben Probleme, und in einem nicht kleineren Ausmaß, hatte man in den Truppen unserer Alliierten. Die Engländer, die Amerikaner, die Franzosen haben im Bezug auf deutsche Frauen auch asoziales Verhalten aufgewiesen.

Bezüglich des Ausmaßes eines solchen Verhaltens, merken wir, wenn wir die Geschichte genau betrachten, dass je mehr Zeit vergeht, desto größer die Zahl der Betroffenen wird.

Die Zahl der unglücklichen vergewaltigten deutschen Frauen steigt progressiv, in geometrischer Reihe. Noch in den 60-er Jahren wurde von den Forschern die Zahl von 20 bis 100 Tausend vergewaltigten deutschen Frauen in der sowjetischen Besatzungszone angegeben.

Im Vergleich mit den heutigen 2 Millionen, die man seit den 90-er Jahren angibt, sehen die früheren Zahlen unglaublich bescheiden aus.

Was ist denn in Wirklichkeit passiert? Ja, man darf die Fakten der Vergewaltigung deutscher Frauen, auch von sowjetischen Militärangehörigen, nicht einfach verneinen.

Aber, erstens, waren diese Geschehen auf keinen Fall die Richtlinie der politischen Militärregierung der UdSSR. Zweitens – das war keine Politik gegenüber dem deutschen Volk. Und diese Erscheinungen waren absolut nicht so massenhaft und großartig, wie es heute im Westen dargestellt wird.

Nach Angaben der Militärgerichte und Militäranwaltschaften, betragen die Straftaten der sowjetischen Militärangehörigen gegenüber der örtlichen Zivilbevölkerung nicht mehr als 2 Prozent.

Indessen versuchen die heutigen Politiker, Journalisten und teilweise auch Forscher immer wieder die ganze sowjetische Armee als Vergewaltigungstruppen  darzustellen, wobei die Geschehen, die nicht massenhaft waren, auf die ganze Befreiungsarmee verallgemeinert werden.

Ich kann einen Schriftsatz von Ende April — Anfang Mai 1945 vorbringen…


Video - Teil 2

Anlässlich dieses Themas möchte ich einen Schriftsatz vom Ende April – Anfang Mai des Jahres 1945 zitieren. Das ist ein Ausschnitt aus dem Bericht des Militäranwalts der 1. Weißrussischen Front über die Erfüllung der Direktive №11072 des großen Hauptquartiers des Oberbefehls und der Direktive №00384 des Militärrates der 1. Weißrussischen Front bezüglich der Änderung des Verhaltens gegenüber der deutschen Bevölkerung nach dem Stand vom 5. Mai 1945:

«Der Anordnung des Militärrates der Front nachkommend, kontrolliert die Militäranwaltschaft ständig die Ausführung der Direktive des großen Hauptquartiers des Oberbefehls und des Militärrates bezüglich der Änderung des Verhaltens gegenüber der deutschen Bevölkerung. Es wurde festgestellt, dass die Fälle von Raub, Gewalttaten und anderen gesetzwidrigen Taten von Seiten unserer Militärangehörigen gegenüber der deutschen Bevölkerung nicht nur aufgehört haben, sondern auch in der Zeitspanne vom 22. April bis 5. Mai von einer relativ weiten Verbreitung waren. Ich lege die Zahlen vor, welche die Lage für sieben Armeen unserer Front umfasst. Die Gesamtanzahl des Unwesens von Seiten unserer Militärangehörigen gegenüber der örtlichen Zivilbevölkerung, welche in den 7 Armeen aufgewiesen wurde, beläuft sich auf 124 Fälle. Davon sind 72 – Vergewaltigungen von deutschen Frauen, 38 – Plündereien, 3 – Morde, 11 – sonstige gesetzeswidrige Taten»[1].

Heben wir hervor, dass dies die Daten über 7 Armeen der Front sind, welche mitten in den Straßenkämpfen Berlin stürmten. Das bedeutet 908.500 Menschen am Anfang der Schlacht um Berlin, von denen 37.500 einen unwiederbringlichen Verlust darstellten und ungefähr 40.000 fielen aus sanitarischen Gründen zu Opfer[2].

Und von den ungefähr 700.000 gesunden Übriggebliebenen gab es innerhalb von 2 Wochen nur 72 Vergewaltigungen. Man nehme in Acht, dass späterhin die Zahl der Vergewaltigungen und sonstiger Unwesen, laut der Materialien der Militäranwaltschaften und des Militärgerichtes, abstieg. Und die Zahl von Hundert Tausend vergewaltigten Einwohnerinnen Berlins, die von der Seite „der sowjetischen Barbaren“ die Blasphemie erlebten, kommt gelinde zu sagen, gar nicht heraus. Geschweige denn die Zahl von zwei Millionen.

Es wird aber immer wieder betont, dass jede sechste Ostdeutsche von sowjetischen Militärangehörigen vergewaltigt wurde, dabei auch viele mehrmals. Und dass alle Frauen von 8 bis 80 Jahren misshandelt wurden. Diese Altersangaben – von 8 bis 80 Jahren –  findet man noch in Göbbels Tagebüchern sowie in allen Mustern der Göbbels Propaganda am Ende des Krieges.

Noch ein interessantes Dokument, welches sinnvoll ist anzuführen und sehr sorgfältig zu erforschen: Das Tagebuch des australischen Kriegsreporters, Osmar White (http://de.wikipedia.org/wiki/Osmar_White), der die Armee vom (US-General) Patton (http://de.wikipedia.org/wiki/George_S._Patton) begleitete.

Er hat seine Tagebucheintragungen und Berichte in der Folgezeit zu einem Buch gesammelt. Dieses Buch hat er versucht gleich nach dem Kriegsende herauszugeben, aber da das Buch die Kritik des Verhaltens der westlichen Militärtruppen in Deutschland enthielt, erschien es erst am Ende der 90-er Jahre.

Das ist ein sehr interessantes Dokument, in dem erzählt wird, wie sich die Engländer und die Amerikaner in Deutschland verhielten. 

Ich werde die eigenartigen Fakten, die der australische Reporter vorweist, nicht präsentieren. Apropos, man kann ihm nicht vorwerfen, dass er der Sowjetunion und der sowjetischen Armee sympathisiert hatte. Aber er gibt zu, dass die Disziplin in den sowjetischen Truppen sehr hoch war, viel höher, als in den amerikanischen oder englischen Truppen. Auf alle negativen Momente gegenüber der örtlichen Zivilbevölkerung folgte von der Seite des sowjetischen Befehls und der disziplinären Diensten eine schnelle Reaktion und solche Geschehen wurden streng bestraft.

Bezüglich des angebliche Horrors, der in der sowjetischen Besatzungszone quasi passierte, schreibt Osmar White, dass er stark aufgebauscht wurde. Und als er selbst eine Frau gefragt hat, die ihm alle diese Schauergeschichten erzählt hat, was sie mit ihren eigenen Augen gesehen habe, und was sie selbst erlebt habe, sagte sie, dass sie sah, wie betrunkene sowjetische Soldaten auf leere Flaschen geschossen hatten.

Und es gibt noch etwas zu betonen. In Wirklichkeit, als Berlin von den sowjetischen Truppen besetzt wurde und die Straßenkämpfe zu Ende gekommen sind, innerhalb eines Monats, von Mai bis Juni 1945, sind über 800 Tausend Einwohner in die Stadt zurückgekommen. Das waren die Flüchtlinge, die zuerst in die westlichen Besatzungszonen geflüchtet sind, weil sie von den Erzählungen über sowjetische Grässlichkeit erschrocken wurden.

Nun sind sie aber zurück nach Berlin gekommen, weil in Berlin von der sowjetischer Administration Proviantversorgung der Zivilbevölkerung organisiert wurde, während in der englischen und amerikanischen Zonen die Deutschen am Hungertuch nagen mussten.

 

Video - Teil 3

Im medizinischen Bericht von Dr. Stewart, welcher dem Oberbefehlshaber Eisenhower (http://de.wikipedia.org/wiki/Dwight_D._Eisenhower) vorgelegt wurde, wurde gemeldet, dass die Häufigkeit der Geschlechtskrankheiten während der ersten 6 Monate der amerikanischen Besatzung um sechsundzwanzig (26) Mal gestiegen ist, im Vergleich mit dem vorherigen Stand in Deutschland.

In dem Bericht von Serow[3] an Beria[4] am 4. Juni 1945 wurde gesagt: „Durch die Befragung der zurückkehrenden Berliner wurde festgestellt, dass die Deutschen, die in den Besatzungszonen der Alliierten leben, sich der herben Behandlung von der Seite amerikanischen und englischen Truppen unterziehen, und sie kehren deswegen in unsere Zone zurück. Außerdem leidet die deutsche Bevölkerung in den Besatzungszonen der Alliierten an der Lebensmittelnot.“[5] Weiter berichtet Serow, dass nach dem Eintreten der sowjetischen Truppen in Berlin, innerhalb eines Monats rund 800.000 Menschen, die gemeinsam mit den abziehenden deutschen Truppen geflüchtet sind, in die Stadt  zurückkehrten. Infolge dessen wuchs die Einwohnerzahl auf 3,100.000 Menschen, und dass die Lebensmittelversorgung der Bevölkerung regelmäßig und nach festgelegter Vorschrift stattfand, und es gab in dieser Zeit keine Verzögerungen.

Eine der deutschen Frauen, die nach Berlin zurückkehrte, erzählte ihren Nachbarinnen, dass es die Deutschen auf dem Gebiet, das von den Alliierten besetzt wurde, schwer haben, da die Einstellung gegenüber ihnen schlecht ist, sie werden oft mit Stöcken und Peitschen geschlagen. Der friedlichen Bevölkerung wird nur in vorgeschriebener Zeit erlaubt hinauszugehen, und es gibt auch keine Lebensmittelversorgung. Sehr viele Deutsche versuchen auf das Gebiet der sowjetischen Besatzung hinüberzugehen, doch man lässt sie nicht. Es wäre sehr fein, wenn in Berlin nur Russen wären.

Schließlich wird auch in Osmar Whites Tagebuch gesagt: „Als die Invasionstruppen auf deutschen gebiet vorrückten, gab es immer wieder Vergewaltigungen durch Soldaten und die Besatzer, die ihnen folgten. Die Zahl variierte von Einheit zu Einheit je nach der Haltung der kommandierenden Offiziere. Manchmal wurden die Täter identifiziert, vor das Kriegsgericht gestellt und bestraft. Die Militärgerichtsbarkeit äußerte sich nicht gern dazu, räumte aber ein, dass einige Soldaten wegen besonders brutaler oder perverser Übergriffe auf deutschen Frauen erschossen worden seien – vor allem wenn es sich bei den Tätern um Schwarze handelte. Ich weiß mit Bestimmtheit, dass viele Frauen von weißen Amerikanern vergewaltigt wurden. Gegen diese Täter ging man nicht vor“.[6]

Auf einem Frontgebiet bemerkte ein relativ verdienstvoller Befehlshaber humorvoll: „Kopulation ohne Konversation ist nicht Fraternisierung“. Ein anderer Offizier bemerkte einmal trocken anlässlich des Befehles über die Unzulässigkeit der Fraternisierung: „Bestimmt ist es das erste Mal in der Geschichte, dass man ernsthaft versucht, die Soldaten daran zu hindern, dass sie sich die Frauen in dem eroberten Land nehmen.“[7]

Außerdem, muss man den Fakt beachten, dass im hungernden Deutschland wohl die typische für die Kriegszeiten Prostitution blühte, als eine Frau bereit war für ein Brotlaib, eine Packung Zigaretten oder eine Tafel Schokolade mit jedem beliebigen auf Geschlechtsverkehr einzugehen. Soll man das als Erzwingung oder als freiwillige Tat betrachten?

Die Moral der Kriegszeiten weicht von jener der Friedenszeiten stark ab,  deswegen darf man beim Betrachten der einzelnen Ereignisse, die in Deutschland im Jahre 1945 passierten, nichts aus dem allgemeinen historischen Kontext herausnehmen.


 Video - Teil 4

Wenn wir über die Geschehen in Deutschland um 1945 reden, müssen wir die Vorgeschichte dieser Angelegenheit kennen. Dorthin ist die Armee gekommen, welche während einiger Jahre des Krieges, besonders im Laufe des Vorstoßes auf eigenem Staatsgebiet, alle mögliche Grausamkeiten, welche die deutsche Armee in der Sowjetunion ausgeübt hat, mitansah. All das, was die Deutschen gegenüber der sowjetischen Zivilbevölkerung – den Alten, Frauen, Kindern – ausgeübt haben. Praktisch jeder sowjetische Soldat und Offizier hatte seine persönliche Rechnung der Rache zum Feind, weil fast jeder von ihnen einen von Deutschen ermordeten in der Familie hatte, geschweige denn, dass jeder auch seine Kriegskameraden verloren hat.

Zweifellos, gab es psychologische Zusammenbrüche, als die sowjetische Truppen auf das Gebiet Deutschlands eingetreten sind, sowie auch Rachedurst gegenüber dem Feind in seiner Höhle. Und es gab solche Racheaktionen, wobei die Leute sehr unterschiedliche Vorstellungen von Rache hatten. Aber die sowjetische Militär- und politische Verwaltung hat die Gefahr solcher Ereignisse, für das Image des Landes sowie auch für die Disziplin in der Armee, erkannt, und ist hart und entschieden dagegen vorgegangen.

Am 19. Januar 1945 hat Stalin einen Befehl bezüglich des Verhaltens auf Deutschlands Gebiet unterschrieben[8]. Am 21. Januar hat der Befehlshaber der 2. Weißrussischen Front Marschall Rokossowski den Befehl №006 erteilt, wo Hassgefühle der Menschen einerseits auf die Vernichtung des Feindes auf dem Schlachtfeld gerichtet wurden, und andererseits die Plünderei, die Gewalt, der Raub, sinnlose Brandstiftungen und Zerstörungen als Straftaten bezeichnet wurden.

Am 27. Januar hat der Befehlshaber der 1. Ukrainischen Front Marschall Konew einen ähnlichen Befehl unterschrieben. Am 29. Januar 1945 wurde in allen Bataillonen der 1. Weißrussischen Front der Befehl des Marschalls Schukow gelesen, wo es den Soldaten der Roten Armee streng verboten wurde die deutsche Bevölkerung zu unterdrücken, deren Wohnungen zu plündern und deren Häuser zu verbrennen. Und schließlich, schon am 20. April 1945 wurde eine Spezialdirektive des Hauptquartiers[9] des Oberbefehls über das Verhalten der sowjetischen Militärangehörigen in Deutschland beschlossen, um die Gewalttaten gegenüber der Zivilbevölkerung vorzubeugen.

Wie haben die sowjetischen Militärangehörigen darauf reagiert? Darüber schrieb im Frühling 1945 Elena Katukova[10], eine Angehörige des Stabs der 1. Garde-Panzerarmee[11]: «Politische Abteilungen leisten eine große Arbeit in den Truppen, sie klären auf, wie man mit der Zivilbevölkerung umgehen soll, und auch wie man unverbesserliche Feinde von redlichen Menschen, mit welchen wir, wahrscheinlich, noch viel arbeiten werden müssen, unterscheiden kann. Wer weiß, vielleicht werden wir ihnen noch helfen alles, was während des Krieges zerstört wurde, wiederaufzubauen. Ehrlich zu sagen, können viele unserer Soldaten, besonders diejenige, deren Familien während der Okkupationszeit von Hitlers Truppen gelitten haben, diese Verhaltenslinie der taktvollen Behandlung der Zivilbevölkerung nur schwer entgegennehmen. Aber die Disziplin bei uns ist streng. Wahrscheinlich, vergehen die Jahre, und vieles wird anders, und vielleicht wird es für uns möglich sein, zu den Deutschen sogar auf Besuch zu kommen, um die heutigen Schlachtfelder anzuschauen. Aber dafür muss noch vieles in der Seele durchbrennen und erkalten, denn jetzt ist noch alles, was wir von Hitlers Truppen erlebt haben, alle diese Grässlichkeiten, zu nahe».

Gleichwohl, schrieb Lew Kopelew[12], ein Schriftsteller und Dissident, ehemaliger Politleiter, welcher einer der ersten war, der das Thema Gewalt gegenüber Deutschlands Zivilbevölkerung aufgeworfen hat: «Ich kenne keine Statistik, wie viele Halunken, Plünderer, Vergewaltiger unter unseren Soldaten waren. Ich weiß es nicht. Ich bin sicher, dass sie in einer jämmerlichen Minderheit waren, aber gerade diese Minderheit erweckte einen nachhaltigen Eindruck».

Dabei kämpften selbst viele Soldaten und Offiziere entschlossen gegen Plündereien und Misshandlungen in ihren Reihen. In dem Betreff der Strafurteile der Militärgerichte, in den ersten Monaten des Jahres 1945 wurden 4.148 Offiziere und eine Vielzahl der Soldaten für die Unwesen gegenüber örtlicher Bevölkerung verurteilt. Hierbei wurden es einige Strafprozesse als Musterbeispiele durchgeführt, wobei die Schuldigen zur Todesstrafe verurteilt und vor der Reihe erschossen wurden.

Wenn wir aber auf die Dokumente der deutschen Seite zugreifen, dann sehen wir, dass noch vor dem Kriegsanfang[13] angekündigt wurde: im Kampf mit dem Bolschewismus darf man diesen Feind nicht auf der Basis des Humanismus und internationalen Rechts behandeln. Und in dem Erlass Hitlers als Obersten Befehlshaber der Wehrmacht vom 13. Mai 1941, also einen Monat vor Anfang des Krieges[14], stand: Es besteht kein Verfolgungszwang gegen den Wehrmachtsangehörigen, selbst wenn es sich um ein militärisches Verbrechen handelt. Der Gerichtsherr ordnet die Verfolgung von Taten gegen Landeseinwohner im kriegsgerichtlichen Verfahren nur dann an, wenn es die Aufrechterhaltung der Mannszucht oder die Sicherung der Truppe erfordert“.[15]

Wie haben die Deutschen die Rechtsmäßigkeit des Hasses gegen sich selbst, von der Seite der auf das Gebiet Deutschlands einrückenden sowjetischen Truppen, beurteilt? Über die Stimmung der Berliner Stadtbevölkerung schrieb am 15. April 1945 in seinem Tagebuch der 16-jahriger Dieter Borkowski[16]: „Mittags fuhren wir mit einem völlig überfüllten S-Bahn-Zug vom Anhalter Bahnhof ab. Mit uns im Zug waren viele Flüchtlingsfrauen aus den bereits von den Russen besetzten Gebieten im Osten Berlins, die ihre ganze Habe bei sich führten: einen prallen Rucksack. Sonst nichts. Das Grauen stand in den Gesichtern, Zorn und Verzweiflung erfüllten die Menschen. Noch niemals habe ich solch ein Schimpfen gehört. <…> Da brüllte inmitten des Lärmens jemand mit überlauter Stimme: „Ruhe!“ Wir entdeckten einen leinen verdreckten Soldaten, an der Uniform beiden Eisernen Kreuze[17] und das Deutsche Kreuz in Gold[18]. Am Ärmel trug er vier kleine Panzerwagen aus Metall, das bedeutet, dass er die vier Panzer als Einzelkämpfer abgeschossen hatte. „Ich will Euch mal was sagen…“ schrie er, und im S-Bahn-Zugabteil trat Ruhe an. „Auch wenn es Euch nicht passen sollte! Hört endlich auf zu jammern! Wir müssen diesen Krieg gewinnen, wir dürfen nicht schlappmachen. Denn wenn die anderen siegen, und die Russen, Polen, Franzosen und Tschechen nur zu einem kleinen Prozent das mit unserem Volk machen, was wir sechs Jahre lang mit ihnen gemacht haben, dann lebt in wenigen Wochen kein einziger Deutscher mehr. Das lasst Euch von einem gesagt sein, der sechs Jahre dabei war in den besetzten Ländern!“ Es war ganz still geworden im Zug, man hätte eine Stecknadel fallen hören können.  Dieser Soldat hat gewusst, worüber er sprach.[19] [20]

Dennoch, nach der Meinung der Deutschen, erweisen sich sowjetische Truppen als außerordentlich menschlich.


 Video - Teil 5

Elisabeth Schmeer äußerte sich im Gespräch mit ihren Nachbarinnen: „Am 3. Januar war mein Sohn hier auf Urlaub. Er war ein Waffen-SS Angehöriger. Mein Sohn sagte mir einige Male, dass die SS-Einheiten in Russland sich ungehörte Sachen eingebrockt haben. Und als die Russen hier herkommen, werden sie Euch nicht mit „Rosenöl“ begießen. Es ist aber anders geschehen. Einem besiegten Volk, dessen Armee Russland so viel Leid zugefügt hat, geben die Sieger mehr Lebensmittel, als uns unsere eigene Regierung gegeben hat. Wahrscheinlich können nur die Russen so großherzig sein.“ [21]

Frau Getze, eine Fabrikarbeiterin, meinte anlässlich der Lebensmittelversorgung unter der neuen Normen: „Das war sehr überraschend für uns. Wir wurden eingeschüchtert, dass die Russen Frauen und Kinder beseitigen. In Wirklichkeit aber haben wir die Rettung bekommen“.[22]

Und noch ein interessanter Moment. Einer der ersten…

Noch am 31. Mai 1945 erlässt der Militärrat der 1. Weißrussischen Front eine Verordnung über die Milchversorgung der Kinder im Alter unter 8 Jahren in der Stadt Berlin.

Und, vielleicht, eines von markantesten Zeugnisse ist die Rückerinnerung der Sanitätsinstrukteurin Sofja Kunzewitsch[23] über die Gefühle der sowjetischen Soldaten in Deutschland: «Wir überquerten die Grenze — unser Heimatland war befreit! Ich erkannte die Soldaten nicht wieder, sie waren wie ausgewechselt — lächelnde Gesichter, saubere Feldblusen, Blumen. So glückliche Menschen hab ich nie wieder gesehen… Ich hatte gemeint, wenn wir in Deutschland einmarschieren, werd ich kein Erbarmen kennen. So viel Hass hatte ich in mir angestaut! Warum soll ich mit seinem Kind Mitleid haben, wenn er meines getötet hat? Wieso Mitgefühl mit seiner Mutter, wenn er meine erhängt hat? Warum darf ich sein Haus nicht antasten, wenn er meines niedergebrannt hat? Warum? Ihre Frauen wollten wir sehen, die Mütter, die solche Söhne zur Welt gebracht hatten. Wie würden die uns in die Augen sehen?

Alles wurde wieder in mir wach, und ich dachte: Was wird nun mit dir, mit unseren Soldaten? Wir haben doch nichts vergessen…

Wir kommen in eine Siedlung — Kinder irren umher, hungrig, abgehärmt. Und was tue ich, die geschworen hatte, alle und jeden zu hassen? Ich sammelte von unseren Jungs ein, was die gerade bei sich hatten, jedes Stückchen Zucker, und gab es den deutschen Kindern. Klar hatte ich nichts vergessen, aber teilnahmslos in die hungrigen Kinderaugen schauen, das vermochte ich nicht».[24]

Dawid Samojlow[25], ein Dichter und Frontsoldat, schrieb in seinem Tagebuch: «Im Jahre 1945 wurde Deutschland mit dem eingeborenen Humanismus des russischen Soldaten verschont».


 Video - Teil 6

Allerdings, stellten die am meisten objektiven deutschen Historiker bei der Besprechung, wie die Deutschen mit ihrem Gedenken über dem Krieg umgegangen sind, fest: «Die Mehrheit der Deutschen haben 1945 als Niederlage hingenommen, und die Befreiung von Nazismus als Unterjochung. Mit Ausnahme von wenigen bekannten Publizisten, war es unmöglich in den ersten Jahren nach dem Krieg alles, was Deutschland in der Sowjetunion verübt hat, offen und schonungslos zu kritisieren... In den Vordergrund wurden eigene Leiden und Verluste gestellt, sowie auch Schmerz von dem Tod der Angehörigen, die Sorge um die Kriegsgefangenen und Verschollenen, die Flucht und der Überlebenskampf. Anscheinend, ist das Volk durch eigene Leiden nicht fähig zu der Auffassung der deutschen Verbrechen und des deutschen Verschulden geworden. Sobald die erste Furcht vorüber war, begann man von der Ungerechtigkeit der anderen und von der „Siegerjustiz“ zu reden».[26]

 

 Video - Teil 7

Es ist noch ein Moment zu beachten. Sehr oft werden den sowjetischen Militärangehörigen jene Taten zugeschrieben, welche von Heimkehrern (Repatrianten[27]) begangen wurden, aber solange das in der sowjetischen Besatzungszone passierte, wurde alles auf die Rotarmisten geschoben.[28]

Jedoch bezeugen die Dokumente, dass viele Gewalttaten gegenüber der zivilen Bevölkerung von ehemaligen KZ-Gefangenen begangen wurden, die sich in Banden zusammenschlossen um sich an ihren letztmaligen Quälern zu rächen.

Davon gibt es Aufzeichnungen in den Tagebüchern von Osmar White und den Dokumenten des Sowjetischen Kommandostabs.

Außerdem sollte man das Verhalten anderer osteuropäischer Völker gegenüber der deutschen Zivilbevölkerung in Erwägung ziehen, die sich lange Zeit unter deutscher Besetzung befanden. Dies betrifft vor allem die Tschechen und Polen.

Zum Beispiel, in dem politischen Bericht des politischen Dienstes der 4. Panzerarmee an Generalmajor Jaschetschkin, den Leiter der politischen Verwaltung der 1. Ukrainischen Front, „Über die Einstellung der tschechoslowakischen Bevölkerung zu den Deutschen“[29], wird folgendes gemeldet: „Während unseren Aufenthalts in der Tschechoslowakei waren unsere Offiziere und Soldaten mehrmals die Zeugen, wie die einheimische Bevölkerung ihren Wut und Hass gegen die Deutschen in verschiedenen, für uns manchmal seltsamen und ungewöhnlichen Formen ausdrückten. All dies lässt sich durch die große Wut und den Rachedurst gegen die Deutschen für alle ihre Verbrechen erklären. Diese Wut und dieser Hass sind so groß, dass oftmals unsere Offiziere und Soldaten die tschechoslowakische Bevölkerung von willkürlichen Abrechnungen mit Deutschen zügeln mussten.“ Und dieses Dokument beschreibt im Einzelnen alle diese Vorfälle: das Abbrennen von lebendigen Menschen auf dem Lagerfeuer, das Aufhängen an den Füßen, das Schnitzen des Hakenkreuzes auf dem Körper, und sonstiges. Diese Grässlichkeiten unterscheiden sich sehr wenig von denjenigen, die die Deutschen selbst in den besetzten Ländern begangen haben.

Aber das Wichtigste in diesem Dokument ist gerade das alttestamentliche Prinzip „Auge um Auge, Zahn um Zahn“, und, laut dem Dokument, hat die buchstäbliche Ausführung dieses Prinzips bei den sowjetischen Soldaten das Befremden und den Widerwillen hervorgerufen, weil die Russen sich in ihrer Auffassung „der gerechten Rache“ doch nach dem Prinzip „man soll sich den Deutschen nicht ähneln“ gerichtet haben.

Und was die Polen betrifft. In einem Geheimbericht vom 5. März 1945 des Stellvertreters des Volkskommissars des Innenministeriums, des Rechtsvertreters des Innenministeriums für 1. Weißrussischen Front Serow an Volkskommissar für Innere Angelegenheiten (NKWD) UdSSR Beria wurde hervorgehoben, dass „Von der Seite der Militärangehörigen der 1. Polnischen Armee besonders grausame Behandlung der Deutschen bemerkt wurde.“[30]

In einem anderen Bericht wurde gemeldet, dass „Die einheimischen Einwohner, die Polen aus germanisierten polnischen Familien die günstige Gelegenheit ausnutzten, und sich an die Plünderung ihrer ehemaligen deutschen Nachbarn wandten. Die sowjetische Befehlshabung musste sogar eine Anzahl der Maßnahmen treffen, um die Massenplünderei der deutschen Häuser sowie auch die Ausraubung der Industriebetriebe und der anderen Unternehmen in den Besatzungszonen abzuwehren.“ Und auch die Deutschen vor ihren polnischen Nachbarn schützen.

Alle diese Dokumente befinden sich in den Archiven. Sie haben eine Bestandsnummer, Verzeichnisnummer, Aktennummer, Ordnernummer, Bogennummer. Das alles kann man im Original ansehen.

Und noch einige Zitate von Osmar White…

Noch etwas bezüglich des Verhaltens der Repatrianten. Osmar White schrieb in seinem Tagebuch: «Einheiten der Militärregierung rückten in bewohnte Gebiete ein, sobald die Kämpfe aufhörten. Obwohl die Personen geflohen waren, die bisher die zivile Autorität repräsentiert hatten, gelang es ihnen ein Mindestmaß an Ordnung und die elementare Versorgung wiederherzustellen. Aber als die Zwangsarbeiter und Kriegsgefangenen zu Tausenden die Straßen verstopften und plündernd von Stadt zu Stadt und von Dorf zu Dorf zogen, geriet die Lage außer Kontrolle. <...> Manchmal taten sich Überlebende aus den großen Konzentrationslagern zu Banden zusammen und machten sich auf, Rache an dem deutschen Volk zu nehmen… Dünn besiedelte Gebiete, die bis dahin von den Schrecken des Krieges verschont geblieben waren, litten oft schwer unter solchen kriminellen Banden».[31]

Derselbe Kriegsreporter Osmar White bezeugt, dass in der Roten Armee strengste Disziplin herrschte, und man traf auf Plünderungen, Vergewaltigungen und Misshandlungen nicht öfter, als in den anderen Besatzungszonen. Wilde Geschichten über die Grässlichkeiten waren in erster Linie mit der Übertreibung und Verdrehung der Einzelfälle verbunden, sowie auch mit der allgemeinen Nervosität, ausgelöst durch unangemessene Manieren der russischen Soldaten und deren Liebe zum Wodka. Eine Frau, die viele Sachen über die erschütternde Grässlichkeit der Russen erzählt hat, musste endlich zugeben, dass das einzige, was sie mit ihren eigenen Augen gesehen hat, waren die betrunkenen russischen Offiziere, die in die Luft und auf die leeren Flaschen geschossen haben.[32]

Und noch eine Tendenz, die in dem Bericht des Militäranwalts der 1. Weißrussischen Front von 2. Mai 1945 vermerkt ist: „Es gibt Vorfälle, wenn Deutsche Provokationen verüben, wo man eine Vergewaltigung beanstandet, obwohl diese in Wirklichkeit nicht geschah. Ich selbst habe zwei solche Fälle enthüllt. Nicht weniger interessant sind die Gewalttat- und Mordanzeigen, die unsere Leute manchmal ohne Untersuchung erstatten und den Instanzenzug anlaufen lassen, während bei der Untersuchung sich diese Anzeigen als Erfindungen entpuppen“[33]. Das heißt, da fanden reine Provokationen und unbegründete Inkriminierungen statt.

Und letztlich möchte ich eine Meinungsäußerung des ehemaligen Präsidenten der Tschechischen Republik Vaclav Klaus[34] vorlesen: «Wir haben kein Recht die Vergangenheit aus einer anderen Position zu betrachten, als aus der historischen Position. Wir haben kein Recht die Reihenfolge der Fakten und deren Zusammenhang beiseite zu lassen. Wir dürfen die tragischen Kriegsseiten und die Ereignisse der Nachkriegsperiode nicht quasi „humanistisch neutral“ auswerten, nämlich aus der Position eines gewissen „Gleichmaßes der Leiden“. Leute, die mit solchen Ideen auftreten, verlangen von uns ständig immer wieder die neue „Versöhnungsbewegungen“, welche aber in Wirklichkeit Henker mit Opfern gleichstellen, oder diese sogar miteinander vertauschen».





[1] Zentralarchiv des Verteidigungsministeriums der Russischen Föderation. F.233. Op.2380. D.35. L.93-102

[2] Herausgegeben von G.F. Kriwoschejew. Russland und UdSSR in den Kriegen des XX Jahrhunderts: Verlüste der Streitkräfte (in Russischer Sprache)

[3] Serow, Iwan Alexandrowitsch (1905 - 1990). Stellv. Oberster Chef der Sowjetischen Militäradministration. // http://bundesstiftung-aufarbeitung.de/wer-war-wer-in-der-ddr-%2363%3B-1424.html?ID=3282 

[4] Lawrenti Beria (1899 - 1953) sowjetischer Politiker und ab 1938 Chef der Geheimdienste der Sowjetunion.

[5] Staatsarchiv der Russischen Föderation. F. r-9401. Op. 2. D. 96. L. 200; D. 95. L. 399.

[6] Osmar White, „Die Straße des Siegers: Augenzeugenbericht über Deutschland“, Auflage Piper, München 2005, S.141 

[7] Osmar White Die Straße des Siegers: Augenzeugenbericht über Deutschland 1945

[8] Zit. nach: Medinskij W. Der Krieg. Mythen der UdSSR 1939-1945. М., 2011. S. 622*. W.Medinskij zitiert die Ausgabe „Befehle des Obersten Befehlhabers während des Großen Vaterländischen Krieges“ M.:Woenizdat, 1975. Diese Sammlung der Dokumenten wurde tatsächlich herausgegeben, sie enthält aber das zitierte Befehl von 19. Januar 1945 nicht. Dieses Befehl ist auch in anderen Veröffentlichungen der Dokumenten nicht zu finden: weder in Befehlen des Volkskommissars für Veerteidigung der UdSSR, noch in Direktiven von Stawka des Obersten Befehllhabers für 1945 Jahr (s. Das Russische Archiv: Der Große Vaterländische Krieg. Befehle des Volkskommissars für Verteidigung der UdSSR (1943-1945) V.13(2-3). M.: Terra, 1997; Das Russische Archiv: Der Große Vaterländische Krieg. Stawka des OBHs: Dokumente und Materialien 1944-1945. V.16(5-4). M.:Terra, 1999). 

Verschiedene Dokumente 

Gefechtsmeldungen für 1945 

Sammlung der Gefechtsdokumente des Großen Vaterländischen Krieges. Militärverlag des Ministeriums der Streitkräfte der UdSSR. Moskau

Materialien aus geschlossenen Archivbeständen der ehemaligen politischen Hauptverwaltung der Arbeiter-und-Bauern Roten Armee, die das Verhalten der sowjetischen Militärs gegenüber der deutschen Bevölkerung und das Verhalten der deutschen Bürger gegenüber den  Angehörigen der Roten Armee dokumentieren 

Im Zentralarchiv des Verteidigungsministeriums der Russischen Föderation wurde der Text des Stalin's Befehls vom 19. Januar 1945 „Über das Verhalten auf dem Territorium Deutschlands“ auch nicht gefunden. Der Befehl wird dafür in der westlichen Presse reichlich zitiert, der wird von solchen Dissidenten, wie L. Kopelew und A. Solschenizyn erwähnt. Es ist zweifellos bewiesen, dass die Befehle mit ähnlichen Inhalt von den Frontkommandanten, Schukow, Konew und Rokossowsij am Ende Januar 1945 ausgingen, was indirekt bestätigt, dass ein solcher Stalin's Befehl in einer Form (als streng geheimer Kommandobefehl oder womöglich auch in mündlicher Form) existierte. Solange das Originaldokument nicht gefunden wurde, kann man jedoch kein genaues Zitat überleiten.

[9] Hauptquartier des Kommandos des Obersten Befehlshabers – die oberste Führungsebene der Militärverwaltung, das strategische militärische Kommando der sowjetischen Streitkräfte während des Großen Vaterländischen Krieges.

[10] Katukowa E.S. "Das Unvergessliche" (russ. Pamjatnoje)М., 2002.

[11] Die 1. Panzerarmee (1PА) — operative Militäreinheit der Roten Armee im Rahmen der Streitkräfte der UdSSR während des Großen Vaterländischen Krieges. Am 25. April 1944 wurde als Auszeichnung in die Garde der Roten Armee aufgenommen mit der Umbenennung in 1. Gardepanzerarmee. Der Befehlshaber von Juni 1944 — bis Ende des Krieges war der General-Oberst der Panzerstreitkräfte M.E  Katukow.

[12] Lew Sinowjewitsch Kopelew (9. April 1912, Kiew – 18. Juni 1997, Köln) – sowjetischer Schriftsteller und Dissident

[13] Der Große Vaterländische Krieg – der größte und wichtigste Teil des Zweiten Weltkriegs, welcher mit Überfall auf die Sowjetunion durch das unter den Fahnen des faschistischen Deutschlands vereinten Europa am 22. Juni 1941 begann und mit dem Sieg und einer bedingungslosen Kapitulation der Wehrmacht am 8./9. Mai 1945 in Berlin endete.

[14] Hitlers Erlass vom 13. Mai 1941 über die Ausübung der Kriegsgerichtsbarkeit im Gebiet „Barbarossa“ und über besondere Handlungsvollmacht der Truppen, kurz „Kriegsgerichtsbarkeitserlass“ genannt.

[15] http://www.1000dokumente.de/?c=dokument_de&dokument=0093_kgs&object=translation&l=de

[16] Dieter Borkowski (1. November 1928 – 22. Februar 2000) – deutscher Schriftsteller, Journalist und Historiker.

[17] Das Eiserne Kreuz (EK) — preußische und deutsche Kriegsauszeichnung, die vom preußischen König Friedrich Wilhelm III. am 10. März 1813 für den Verlauf der Befreiungskriege gestiftet wurde. Eisernes Kreuz wurde für hervorragende Handlungen im Befreiungskrieg ohne Rücksicht auf Stand, Herkunft, Dienstgrad und militärischen Rang verliehen.

[18] Der Kriegsorden des Eisernen Kreuzes — deutsche Kriegsauszeichnung, die von Adolf Hitler als Zwischenstufe zwischen dem Eisernen Kreuz und dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes im September 1941 gestiftet wurde. Das Deutsche Kreuz wurde für besondere Tapferkeit vor dem Feind und für hervorragende Verdienste in der Truppenführung verliehen. Jedoch für eine Verleihung sollte dem Soldaten schon das Eiserne Kreuz 2. Klasse und/oder das Eiserne Kreuz 1. Klasse verliehen werden.

[19] Elke Scherstjanoj(Ed.), "Rotarmisten schreiben aus Deutschland", Auflage De Gruyter, München 2004, S.260

[20] Buch „Der Krieg gegen die Sowjetunion 1941-1945“ von Prof. Dr. Reinhard Rürup // http://flot.com/publications/books/shelf/germanyvsussr/

Dokumentationsausstellung im Rahmen der Veranstaltungsreihe „22. Juni 1941. 70 Jahre nach dem Überfall auf die Sowjetunion” Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion und Formen der Erinnerung an die Opfer in Deutschland. von Prof. Dr. Reinhard Rürup, Dr. Peter Jahn // http://www.topographie.de/veranstaltungen/veranstaltung/nc/1/nid/vernichtungskrieg-gegen-die-sowjetunion-und-formen-der-erinnerung-an-die-opfer-in-deutschland/y/2011/m/06/d/07/z/0/ 

Kapitel 11.2 – Deutsche Bevölkerung und Sowjetische Armee S. 255 Text 162. Tagebucheintrag des 16-jährigen Flughelfers Dieter Borkowski von 15.4.1945 г. über die Stimmung der Berliner.

[21] Russisches Staatsarchiv für Sozial-politische Geschichte. F. 17. Op. 125. D. 321. L. 33, 99, 14-19, 20-21, 54-55; D. 320. L. 161-163.

[22] Ebda

[23] Sofia Adamovna Kuntzewitsch ging im Alter von 16 Jahren an die Front; im Jahre 1945 unterschrieb sie am Reichstag: “Ich, Sofia Kuntzewitsch, kam nach Berlin, um den Krieg zu töten“. Sie war die einzige in Weißrussland, die mit der Florence-Nightingale-Medaille ausgezeichnet wurde. Sie ist eben eine der Hauptpersonen des Buches „Der Krieg hat kein weibliches Gesicht“ von Swetlana Alexijewitsch.

[24] Zitat: Alexijewitsch, Swetlana, „Der Krieg hat kein weibliches Gesicht“, Auflage Hamburg: Galgenberg, 1989 // http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/rezensionen/2005-2-057

[25] David Samojlow – Künstlername (echter Name – David Samuilowitsch Kaufman, 1.Juni 1920 in Moskau – 23. Februar 1990 in Tallin) – russischer sowjetischer Dichter, Übersetzer. David Samojlow war ein Dichter der Kriegsgeneration. Genauso wie viele seine Altersgleichen ging er als Student an die Front.

[26] Buch „Der Krieg gegen die Sowjetunion 1941-1945“ von Prof. Dr. Reinhard Rürup. Kapitel 12.1 – Erste Nachkriegsjahre, S.261

[27] Repatriierung (Lat. repatriate) — Rückkehr in die Heimat. Repatrianten sind Menschen, in der Regel Kriegsflüchtlinge, Vertriebene und Kriegsgefangene, die in ihre Heimat zurückgeführt („repatriiert“) werden.

Siehe auch, z.B.: http://www.tagesspiegel.de/meinung/8-mai-1945-ein-ende-das-ein-anfang-war/1817120.html 

[28] Der Begriff Repatrianten fand vor allem im Zusammenhang mit den Bevölkerungsverschiebungen unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg Verwendung. Im 20. Jahrhundert wurden nach den Kriegen in Europa mehrere Rückführungskommissionen geschaffen, die die Rückkehr der Repatrianten (Kriegsflüchtlinge, Vertriebenen und Kriegsgefangenen) in ihr Herkunftsland zu überwachen.

[29] Russische Staatsarchiv für Sozial-politische Geschichte. F. 17. Op. 125. D. 320. L. 161-163

[30] Nationale wissenschaftlich-politische Zeitschrift „Wlast'“ (deutsch: Die Macht), 2000 № 6(357). S. 47.

[31] Zitat: Osmar White, „Die Straße des Siegers“, Auflage Piper, München 2005, S. 152-153

[32] Osmar White, „Die Straße des Siegers“, Auflage Piper, München 2005

[33] Zentralarchiv des Verteidigungsministeriums der Russischen Föderation. F. 372. Op. 6570. D. 76. L. 85, 92, 94, 86, 225, 226; D. 68. L. 17-20. L. 4-5, 12. D. 78. L. 30-32; F. 233. Op. 2380. D. 41. L. 226-238.

[34] Václav Klaus, geb. 19. Juni 1941 in Prag. 1992 bis 1998 war er Ministerpräsident, von 1998 bis 2002 Vorsitzender des Abgeordnetenhauses und von 2003 bis 2013 Staatspräsident der Tschechischen Republik.